Weihnachten rund um den Globus

Bräuche und Traditionen aus aller Welt

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum… egal ob Nordmanntanne, Blaufichte oder Kiefer, egal ob mit Lichterkette oder echte Kerzen – der Tannenbaum gehört hierzulande einfach zu Weihnachten dazu. Schön mit allerlei Kugeln und Figuren geschmückt, obendrauf der leuchtende Stern, unten drunter die hübsch verpackten Geschenke… Bevor es ans Auspacken geht, steht bei manch einem noch ein Kirchenbesuch an, vielleicht müssen die Kids, wieder daheim, noch ein Liedchen singen oder ein Gedicht aufsagen. Und natürlich gibt es auch noch ordentlich was zu essen: Kartoffelsalat mit Würstchen bei den einen, Gänsebraten, Raclette oder Fondue bei den anderen.

 

Was man bei all der grundlegenden Einigkeit aber oft nicht bedenkt, das ist, wie sehr sich die Traditionen zu Weihnachten rund um den Globus unterscheiden. Passend zum nahenden Fest schauen wir uns jetzt mal ein paar der Bräuche und Traditionen aus aller Welt an – seid ihr dabei?

 

Schweden – das skandinavische Julfest

Fangen wir doch mal mit Schweden an. Julfest heißt Weihnachten in Schweden, und man startet schon früh mit Vorfreude und Feierlichkeiten. Am 13. Dezember geht’s mit dem Luciafest los, bei dem die älteste Tochter, schön im weißen Kleid mit rotem Samtband um den Bauch und Preiselbeerkranz mit Kerzen auf dem Kopf, die restliche Familie weckt. So startet es sich gleich gut in den Tag, bevor es dann mit Singen und vielen Leckereien in Schule und Kindergarten weitergeht. Am 23. Dezember wird dann alles vorbereitet, denn der 24.12. hat in Schweden ganz besondere Bedeutung.

 

Traditionell gibt es meist den Julskinka, den Weihnachtsschinken, bevor es nach dem Essen ans Geschenke auspacken geht. Dabei werden als Dankeschön die Julklapp-Reime vorgetragen, meist selbstgeschriebene Werke. Anschließend wird singend um den mitten im Zimmer stehenden Baum getanzt. Der Julbock darf auch nicht fehlen. Dabei handelt es sich um einen Ziegenbock aus Stroh, der, zusammen mit drei Kobolden, dem Weihnachtsmann assistiert. Auch ein schwedischer Brauch: Türen und Fenster bleiben auf, damit Nachbarn und Freunde kleine Geschenke ins Haus legen können.

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Lettland – Weihnachten im Baltikum

Ziemassvētki heißt Weihnachten in Lettland, und das bedeutet so viel wie Winterfest. Hier wird fröhlich kombiniert, nämlich die heidnische Wintersonnenwende mit der Geburt Christi. Warum nur ein Fest feiern, wenn man gleich zwei zusammenlegen kann? Aufgepasst, jetzt wird’s sportlich: an Heiligabend zieht man einen Eichenbalken von Haus zu Haus, bis er dann beim letzten Stop verbrannt wird. Vernichtet alles Übel, gibt der Sonne Kraft… das Übliche eben.

 

Viele Kids ziehen als Tier, Sonne oder Tod verkleidet von Tür zu Tür – und hat euch das mit dem Tod jetzt auch so unvorbereitet getroffen? Das habe ich nicht kommen sehen… Aber nun ja. Sinn hinter der Aktion ist es, böse Geister zu vertreiben, was ja mal wirklich eine super Idee ist. Der Weihnachtsbaum wird in Lettland mit getrockneten Blumen und Strohsternen geschmückt, und zu essen gibt es meist Blutwurst, Sauerkraut, Erbsen, Bohnen, Graupen, „pírági“ (Speckkuchen), Schweinebraten oder Fisch. Neunmal davon essen, dann gibt’s im nächsten Jahr Reichtum und Glück. DAS nenn ich mal win / win auf ganzer Linie.

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Vereinigtes Königreich – so feiern die Briten

Bei den Briten läuft alles immer ein bisschen anders, das wissen wir ja nicht erst seit der Geschichte mit dem Linksverkehr. Am Heiligen Abend bringt der Weihnachtsmann, Father Christmas heißt er hier, die Geschenke und legt sie unter den Baum. Soweit so gut. Doch im Gegensatz zu uns müssen die Kleinen und Großen noch bis zum nächsten Morgen warten, bis sie gierig das hübsche Papier von den edlen Gaben reißen und sich über die neusten Errungenschaften freuen dürfen.

 

Was wären die Briten ohne die Queen? Daher verfolgen viele auch die traditionelle Weihnachtsansprache der regierenden Monarchin im Fernsehen. Auch die ehemaligen britischen Kolonien (z.B. die USA, Kanada, Australien, …) haben viele (oder gar alle) der Weihnachtstraditionen übernommen, auch wenn sie sicherlich nicht mehr den Worten Elizabeths lauschen. Aber das mit den Geschenken am ersten Weihnachtsfeiertag läuft da genauso, auch wenn die Pakete hier von Santa Claus gebracht werden.Weihnachten rund um den Globus

Armenien – das Weihnachtsfest im Kaukasus

Surp Dznunt heißt das Weihnachtsfest in Armenien. Am Vorabend, Dschrakaluytz  genannt, geht’s erstmal in den Gottesdienst. Da tragen die Gläubigen Öllampen oder Kerzen, und es ist ebenfalls Brauch, in den Häusern an diesem Abend ein Licht brennen zu lassen. Das soll an den Stern erinnern, der in der Nacht von Jesu Geburt am Himmel leuchtete und die Hirten in die richtige Richtung leitete.

 

In vielen Orten nennt man diesen Abend auch Tatachman Gisher, was so viel wie Abend des Eintunkens bedeutet. Das älteste männliche Familienmitglied bricht eine speziell gebackene Hostie und verteilt sie dann an alle Anwesenden. Das Stück wird dann in Wein getaucht und gegessen. Übrigens: gefeiert wird erst im Januar, und zwar am 6.

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Bulgarien – Weihnachten im Balkan

In Bulgarien wird am 25. Dezember Weihnachten gefeiert, das man hier Koleda oder Roschdestwo Christowo nennt. Doppelte Freude ist angesagt, dann das Fest markiert auch das Ende der Fastenzeit, die seit dem 15. November läuft. Am Heiligen Abend wird eine ungerade Zahl an Gerichten vorbereitet, sieben oder neun oder dreizehn sind gut. Ohne tierische Produkte, wenn’s recht ist, denn das Fasten endet offiziell erst nach der Christmette. Typischerweise kommen Bohnen, gefüllte Paprika, Reis gewickelt in Weinblätter, Bohnensuppe und mit Kürbis gefüllte Teigblätter (Tikvenik) auf den Tisch.

 

Los geht’s mit einem runden Brotlaib, in dem eine Münze versteckt ist. Wer sie findet, dem winken Glück und Gesundheit im nächsten Jahr (und hoffentlich kein Notfall-Zahnarztbesuch in der unmittelbaren Zukunft….). Das älteste Familienmitglied hat noch eine besondere Aufgabe: er / sie geht mit Weihrauch durch das Haus und vertreibt alles Böse.

 

Ab Mitternacht des ersten Weihnachtstages ziehen junge Kerle singend von Haus zu Haus und klopfen (ganz sacht!) mit dekorierten Stöcken den Leuten auf den Rücken. Verjagt auch wieder die bösen Geister, bringt Glück und Gesundheit und Wohlstand. Der Djado Koleda aka der Weihnachtsmann bringt dann die Geschenke für alle, die schön brav waren im letzten Jahr.

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Spanien – die Weihnachtszeit in Südeuropa

Die Weihnachtszeit läutet man in Spanien traditionell mit der Lottoziehung am 22. Dezember ein. Heiligabend (Nochebuena) bedeutet Zeit für die Familie, ein Abendessen im Kreis seiner Lieben, gefolgt von der Mitternachtsmesse. Geschenke gibt es auch in Spanien erst im Januar, am Tag der Heiligen Drei Könige. Aber nur für die braven Kids – die anderen kriegen ein Stück Kohle.

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Russland – Weihnachten in Osteuropa

In Russland macht sich Ded Moros (Дед Мороз – Väterchen Frost) samt Enkelin Snegurotschka in einem von Pferden gezogenen Schlitten auf, und bringt den Kindern die wohlverdienten Geschenke. Russische Weihnachten feiert man am 7. Januar. Am Heiligen Abend gibt’s zwölf Gerichte, für jeden Apostel eins. Und zu essen kann man doch wirklich nie zu viel haben, oder?

Weihnachten rund um den Globus

 

Hättet ihr gedacht, das Weihnachten rund um den Globus so unterschiedlich gefeiert wird? Wirklich spannend mal zu sehen, wie es in anderen Ländern so zugeht und was da jeweils zu den Traditionen gehört. Aber bei aller Liebe, bei einem sind wir uns doch wohl alle einig: die Geschenke macht man am besten so früh wie möglich auf!

 

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