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Error Fares – das sind eure Rechte

Hey liebe UHUs,
 
Error Fares sind eine knifflige Sache, aber kein Hexenwerk. Und es gibt immer wieder Fragen um dieses Phänomen. Wie funktionieren Error Fares? ist nur eine davon, wie sollte man sich im Falle eines Error Fares verhalten oder was passiert, wenn dem Reiseveranstalter der Preisfehler auffällt? Was sind Fuel Dumps? Und die Beispiele für Error Fares sind wirklich verlockend – denn mit den Schnäppchenreisen könnt ihr ganz günstig die Welt bereisen – vorausgesetzt, dass alles klappt.
 
Wir bringen Licht ins Dunkel und geben euch einen Überblick über Error Fares und eure Rechte bei einer Buchung.

Was ist ein Error Fare?

Für alle neu zugestiegenen: Ein Error Fare ist ein Preisfehler, der meistens irgendwo im Buchungssystem der Airline oder des Reiseveranstalters entsteht. Solltet ihr in den Genuss eines solchen Schäppchenpreises kommen wollen, solltet ihr auf keinen Umständen Kontakt mit der Airline aufnehmen und auf jeden Fall solltet ihr Geduld walten lassen und mit weiteren Buchungen – Mietwagen, Ferienwohnung – noch ein bisschen warten.

Was passiert bei einer Buchung?

Ihr kennt das sicher auch – das Reiseziel ist ausgewählt und dann ist die Frage: wie komme ich da hin? Und im Zweifelsfall ist das Flugzeug das Mittel der Wahl. Und dann durchwühlt man sämtliche Flugsuchmaschinen, Online-Reisebüros und Airlines nach dem besten Preis nach New York, Kuba, Thailand oder andere tolle Ziele. Und wenn man den endlich gefunden hat, gilt es sämtliche persönliche Daten einzugeben, Entscheidungen über Versicherungen und Co zu treffen und dann endlich auf „Bestätigen“ zu klicken.

Eure Reservierungsanfrage

Damit habt ihr euren Teil des Vertrages erfüllt. Denn, das was ihr im Internet findet, sind keine feststehenden Preise, sondern eine Art Knetmasse, „Angebote“, die sich auch wieder verändern können. Ein richtiges Angebot ist der Flugpreis im Internet aber auch nicht, sondern eher eine unverbindliche Option. Zum Vergleich: Ihr wollt im Supermarkt Nudeln kaufen – eine Packung zu 80 Cent. Dann steht dieser Preis fest und wird sich auf dem Weg zur Kasse nicht weiter verändern. An der Kasse bezahlt ihr den Preis, den ihr zuvor schon wusstet und könnt mit dem Einkauf in der Tasche nach Hause gehen.
 
Bei der Flugbuchung verhält sich das etwas anders. Wenn ihr eine Buchungsanfrage stellt, entsteht ein Vertrag. Indem ihr eure Reservierung absendet, sorgt ihr dafür, dass ein Angebot im juristischen Sinne entsteht.

Der Vertrag kommt zustande

Wenn nun der Reiseveranstalter eine Bestätigung darüber schickt, dass ihr eine Buchungsanfrage gestellt habt, dann ist das Angebot vom Reiseveranstalter noch nicht angenommen, sondern ihr werdet lediglich darüber informiert, dass angekommen ist, dass ihr ein Angebot eingereicht habt.
 
Das, was euch relative Sicherheit bringt, dass euer Flug auch zu dem gewünschten Preis – dem fehlerhaften Preis – stattfinden wird, ist die Buchungsbestätigung per E-Mail. Und wenn ihr dort genauer hinguckt, findet ihr möglicherweise den Hinweis, dass die E-Mail als E-Ticket gilt. Erst mit der Buchungsbestätigung ist der Vertrag von beiden Parteien angenommen.
 
Error Fares Flieger

Was passiert, wenn der Fehler entdeckt wird?

Natürlich kommt es auch vor, dass der Reiseveranstalter oder die Airline den Preisfehler entdecken und so nicht durchlassen wollen. Dann gibt es mehrere Möglichkeiten. 
 
Zum einen kann der Reiseveranstalter versuchen, die Differenz zum Originalpreis rauszuholen, indem er die Buchungsbestätigung zu einem höheren Preis ausstellt. Damit ist ein neues Angebot auf dem Tisch, das von Kundenseite erst noch bestätigt werden muss. Denn der eigentliche Vertrag wurde über einen anderen Preis ausgestellt. Wenn ihr nicht auf das neue Angebot reagiert, gilt das nicht automatisch als Annahme desselben. Wenn ihr das Angebot akzeptieren wollt, müsst ihr aktiv darauf reagieren.

Anfechtung des Error Fares

Achtung: der Reiseveranstalter kann trotz beiderseitigem Einverständnis in den Vertrag – und damit einhergehender Bindung an die Vereinbarung versuchen, sich aus dem selben zu lösen oder ihn anzufechten.  Das muss dann allerdings in dem Moment erfolgen, in dem die Airline oder das Reisebüro den Preisfehler entdecken. Denn es gilt: Die Anfechtung muss in den Fällen der §§ 119, 120 ohne schuldhaftes Zögern (unverzüglich) erfolgen (Bürgerliches Gesetzbuch § 121 Anfechtungsfrist).

Erklärungsirrtum vs. Kalkulationsirrtum

Eine Anfechtung benötigt einen wirklich stichhaltigen Grund darüber, wie der Preisfehler zustande gekommen ist. Ein sogenannter Erklärungsirrtum berechtigt den Reiseveranstalter erst zu einer Anfechtung, und darunter versteht man, dass der Preisfehler durch die falsche Eingabe ins Buchungssystem, Übertragungsfehler oder Pannen im Buchungssystem entstanden ist.
 
Was definitiv nicht zu einer Anfechtung berechtigt, wäre ein Kalkulationsirrtum. Sollte der Veranstalter sich in der Gewinnspanne verrechnet haben oder die Gebühren und Kosten für den Flug falsch kalkuliert haben, dann ist das kein triftiger Grund für einen höheren Preis bzw. eine Anfechtung einer bereits bestätigten Buchung.
 
Sollte die Anfechtung erfolgreich sein, wird der ganze Vertrag von Anfang an als nichtig erklärt. Dann könnt ihr aus dem Vertrag keine Vergünstigungen mehr ziehen. Was euch bleibt, ist auf Schadensersatz zu klagen. Ersatzfähige Schadensposten sind dabei eventuell anfallende Stornokosten für Ferienhaus, Mietwagen, Kreuzfahrt oder Hotel, wie auch den Ersatz von Kosten für ein gestelltes Visum, dass mit der Aufhebung des Vertrages nicht mehr gebraucht wird und natürlich der bereits gezahlte Flugpreis.
 
Error Fares Abheben im Sonnenuntergang

Das könnt ihr tun..

  1. Es empfiehlt sich nicht, den höheren Preis einer Airline oder eines Reisebüros zu akzeptieren. Schließlich kann eine Reise zu einem höheren Preis unerwartet stark ins Geld gehen, je nachdem ob es sich bei dem Error Fare um einen Flug, ein Hotel, eine Pauschalreise oder Kreuzfahrt handelt –  und so richtig Spaß macht das dann auch nicht mehr. Error Fares kommen meistens im Kontext Flüge vor – aber eben nicht nur da.
  2. Für eventuelle Diskussionen oder Klagen solltet ihr alle E-Mails oder sonstige Kontakte mit dem Veranstalter speichern. Vielleicht braucht ihr nochmal die genauen Aussagen des Veranstalters – vor Gericht zählt jedes Wort.
  3. Welchen Grund gibt der Reiseveranstalter für das neue Angebot an? Sollte es sich um einen Kalkulationsirrtum handeln, solltet ihr hartnäckig sein, denn dieser Grund berechtigt den Veranstalter nicht zu einer Anfechtung. Mit etwas Glück und Beharrlichkeit fliegt ihr möglicherweise trotzdem an euer Traumziel – das wäre doch die Mühe allemal wert.

Bucht euren Error Fare!

Mit unserer Reiseuhu-App verpasst ihr keinen Deal mehr. Wir durchsuchen das Netz stetig nach den tollsten Reise Schnäppchen und natürlich auch nach Error Fares. Mit den Reisealarmen, die ihr in die App eingeben könnt, schnappt ihr euch euren Error Fare oder euer Last Minute Schnäppchen an euer Lieblingsziel.
 
Ganz egal, wohin es geht – wir wünschen euch eine tolle Zeit!

 

 

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